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Renate und Jürgen Adamek schrieb am 18. Oktober 2012 um 19:17
Pilgern ab 60 (2.)Heute wieder ein kurzer Bericht von unserer letzten Etappe auf dem Jakobsweg. Echternach in Luxemburg war letztens erreicht, also ging es dort auch wieder los. Man soll es am ersten Tag nicht übertreiben, zumal dies der Anfahrtstag von Magdeburg war, hatten wir uns gesagt. Also nur 6 Kilometer am Nachmittag auf einem wunderschönen Weg an der Sauer entlang. Das nächste Tagesziel war dann Trier. Über Trier braucht man wohl nicht viel schreiben. Das ist eine so wunderbare Stadt, dass man sie einfach gesehen haben sollte. Der alte ehrwürdige Dom, die Porta Nigra, die Konstantinsbasilika, ebenfalls um 300 erbaut, sind ein Muß. In der Dominformation gibt es den Pilgerstempel und gute Übernachtungsadressen. Die nächsten Tage bis zur französischen Grenzen brachten uns Begegnungen und Gespräche mit ehemaligen Jakobspilgern und vielen Menschen, die sich für unseren Jakobsweg interessierten. Noch schöner waren die Gespräche in den Herbergen und Privatunterkünften. Der Weg geht an Zeugnissen der Römerzeit vorbei, oder auch auf Römerstraßen entlang. In jedem Ort gibt es ein Kirche, auch mit einer Bank zum Ausruhen. Ein besonders schöner Platz ist die Rehlinger Kirche, die an einem aufgegebenen Ort liegt. Gleich daneben eine kleinen Quelle und ein Geländer, an dem ein Pilgerhut, die Kalebasse und die Jakobsmuschel aus Bronze hängen. Im Boden ist eine Bronzeplatte mit der Zahl 1.970 km !!! für die Entfernung nach Santiago eingelassen. Dann war Perl erreicht. Gleich daneben der Ort Schengen, wieder in Luxemburg. Ja der Ort, wo der EU-Vertrag über die Reisefreiheit gemacht wurde. Zwei Kilometer hinter Perl beginnt Frankreich. Jetzt begann unser Sprachenproblem. Wir sprechen beide kein Französisch. Wir haben vorher wochenlang geübt, aber ohne messbaren Erfolg. Vorbereitet waren zwei A4-Seiten mit Worten und wichtigen Sätzen und ganz wichtig: die Aussprache dazu. Abgelesen hat es so manchen „Lacher“ eingebracht. Zur Liste noch Freundlichkeit sowie Hände und Füße eingesetzt sind wir bis jetzt über jede Klippe gekommen. Höhepunkte waren jetzt die Städte Metz und Toul. Nancy hatten wir aus Zeitgründen links liegen gelassen. Lange ging es an der Moselle oder ihren Kanälen entlang. Und auch hier wieder die Begegnungen unterwegs, besonders mit älteren Menschen, die noch deutsch sprachen. Zweimal hielten Franzosen im Auto an, die uns Wege suchend sahen, und sie halfen uns auf den rechten Weg, wenn man das so sagen darf. Nach 224km hatten wir Toul erreicht. Jetzt freuen uns auf das Frühjahr 2013, in dem es weiter gehen soll. Unsere Berichte laufen ja unter der Überschrift „Pilgern ab 60“. Wir sind inzwischen 63 und 65 Jahre alt, und hatten vor dem Start auf den Jakobsweg keine Wandererfahrung. Allerdings gingen und gehen wir regelmäßig in den Parks und an der schönen Elbe in Magdeburg spazieren. Also, Altersgruppe, traut Euch! Renate und Jürgen
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