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Jacqueline Windolph schrieb am 16. April 2018 um 16:42
Samstagspilgern - Auftakt 17.03.20182018-03-17 Pilgerauftakt von Eisleben nach Querfurt Der Schnee rieselt lautlos vom eisigen Wind begleitet hernieder. Seit Freitag ist eine ordentliche Menge herabgekommen und bedeckt Häuser, Straßen, Wiesen und Wälder. In freier Flur ein wunderbarer Anblick. Die Sonne findet an diesem ersten Pilgersamstag bei minus 5 Grad Celsius keine Lücke durch die schneeträchtigen Wolken. Vor den Häusern kann man die Menschen Schnee räumen sehen, um die Wege wieder passierbar zu machen. Nicht jeden freut dieser späte Wintereinbruch. Doch als Pilger will ich mich davon nicht beeindrucken lassen. Schließlich liegt die letzte Pilgertour schon ein halbes Jahr zurück und viel zu sehr habe ich mich auf diese erste Pilgeretappe von Eisleben nach Querfurt gefreut, als mich von dem vermutlich letzten winterlichen Schub beeindrucken zu lassen. Treffpunkt soll der Bahnhof in Eisleben sein. Also starten wir mit dem Auto rechtzeitig von daheim. Die Straßen sind nicht beräumt und schon an der ersten Ampel braucht es einige Anläufe, um dass Auto auf glatter sich aufwärts streckender Straße, wieder in Fahrt zu kommen. Während mein Mann das Fahrzeug mit der gebotenen Achtsamkeit führt, genieße ich den Blick nach draußen auf die mit Schnee bedeckten Felder. Der Wind weht den Schnee vor uns her, von einer Seite der Straße auf die andere, sodass sich dort, wo der Schnee zum Liegen kommt, Anhöhen aus diesem feinen weißen Schneestaub bilden. Bei Ankunft auf dem neu sanierten und schön gestalteten Bahnhofsgelände, waren wir nicht allein. Einige gestrandete Reisende warteten auf verspätete Züge. Manche Züge hatten mehr als 30 Minuten Verspätung andere wurden gestrichen. So auch der Zug aus Halle, der eine Pilgerfreundin nach Eisleben bringen sollte. Vermutlich haben zu diesem Zeitpunkt die meisten Menschen und Pilger schon auf eine wärmende Sonne gehofft, die uns bei 15 Grad auf unserer ersten Etappe 2018 begleitet und den Tag verschönt. Während wir auf unseren Pilgerpfarrer Christian Vornewald aus Blankenburg warten, schaue ich immer wieder nach draußen, ob sich nicht doch noch andere Pilgerfreunde am Bahnhof eingefunden haben. Und tatsächlich stoße ich auf zwei Damen, welche sich mit uns zu ihrer ersten Pilgertour aufmachen wollen. Pfarrer Vornewald in Begleitung eines weiteren Pilgers betritt das Bahnhofsgebäude. Wir begrüßen einander und beschließen noch auf die verspäteten Züge zu warten, in den vielleicht noch weitere Pilgerfreunde zu uns stoßen würden. Aufgrund der Wetterlage beschließen wir, die heutige Etappe recht kurz zu halten und nur bis zum Kloster Helfta zu laufen. Was wäre es schön gewesen, auch noch ein Stück weiter durch die weite verschneite Flur zu pilgern. Doch die Temperaturen, nicht freigeräumte und einsehbare Wege bergen ein Risiko, welches wir nicht eingehen möchten. Aber auch die teilweise nicht beräumten Fußwege und Straßen lassen unsere Schritte das ein oder andere Mal entgleiten, was in einem Falle auch zu einem Sturz führte, welcher einen „Brummschädel“ zur Folge hatte, da unsere Pilgerfreund auf den Hintern und dann mit den Kopf auf der mit Eis überfrorenen Straße aufschlug. Unser Weg führte durch die Straßen eines Wohngebietes von Eisleben, verlief später parallel zur Hauptverkehrsstraße, bevor wir den Ortsteil Helfta betraten. Das Gehen war schwierig, da nicht alle Wege beräumt waren und der Schnee sich dort beträchtlich aufgetürmt hatte. Der Wind blies uns nicht nur frische Luft, sondern auch jede Menge Schneeflocken ins Gesicht. Wir gingen langsam und die Kälte kroch langsam durch die Handschuhe in meine Hände. Ich hakte mich bei meinen Pilgerfreund ein, da sich seine Schuhe auf dem zu begehenden Untergrund nicht bewährt hatten und um einen erneuten Sturz zu vermeiden. Wir redeten oder liefen schweigend nebeneinander, oft auch hintereinander her. Das Schweigen während des Laufens ist ein Genuss. Hier finden Gedanken ihren Zugang, die sonst in unserem schnelllebigen Alltag keinen Platz haben. Für einen kurzen Moment in sich zu gehen, ist Erholung für den Geist. Auch das ist neben der Bewegung, den Begegnungen und Gesprächen etwas Besonderes am Pilgern. Nach knapp 3km und etwa eine Stunde später erreichten wir das Kloster Helfta. Auch das Kloster lag eingehüllt in einer weißen Pracht. Wir betraten die Kirche, setzten uns im hinteren Teil und Christan stimmte ein Lied an. Der Klang in diesen Räumlichkeiten ist immer wieder beeindruckend. In seiner kleinen Andacht sprach er über Gottes Liebe und Vertrauen, den Blick auf das Jesuskreuz gegenüber dem Eingang gerichtet. Wir sangen noch einmal gemeinsam bevor wir einen kleinen Raum im Kloster zur Verfügung gestellt bekamen, um uns mit den mitgebrachten Getränken und Broten zu stärken. Auch hier fand sich Zeit für nette Gespräche. Und so beendeten wir unseren ersten Pilgersamstag zur Mittagszeit. So kurz und doch so wunderbar. Pilgern ist auch immer eine Überraschung, denn zu Beginn ist offen, wie der Tag enden wird. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere spannende Momente des Samstagspilgerns durch Sachsen-Anhalt. Buen Camino Eure
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