Gästebuch
Kerstin
schrieb am 23. Mai 2018
um
16:47
19.05.2018 Mücheln - FreyburgDie Pilgerwanderung der besonderen Art Wie immer wollte ich mit der Bahn an den Ausgangspunkt der Wanderung, diesmal Müchel, reisen. Leider hatte die Regionalbahn von Magdeburg nach Halle 25 Minuten Verspätung, so dass ein weiterer Pilgerfreund und ich den Anschlusszug in Merseburg verpasst haben. Der nächste Zug würde uns erst eine gute Stunde später nach Mücheln bringen. Wir haben also den Pilgerführer angerufen und ihn darüber informiert. Er meinte, so lange könnte er nicht warten, aber er würde die Gruppe unterwegs etwas bremsen. Da wir nun in Halle etwas Zeit bis zur Abfahrt des nächsten Zuges hatten, haben wir an Hand des Wanderführers eine kleine Abkürzung herausgesucht. So hofften wir, gegen Mittag in Zeuchfeld zu unserer Gruppe zu stoßen. Den Zug haben wir also schon in Krumpa verlassen und sind von dort schnellen Schrittes am Gröster Hügel vorbei Richtung Branderoda zum Jakobsweg geeilt. Wir waren froh, dass der Himmel etwas verhangen war. Trotzdem kamen wir aufgrund unseres hohen Marschtempos ins Schwitzen, aber wir waren guten Hoffnung, die Gruppe bis Zeuchfeld zu erreichen. In Zeuchfeld angekommen, fragten wir zwei Frauen, ob hier schon eine Pilgergruppe durchgekommen sei. Sie meinten, es seien zwei Pilger vorbeigekommen. Zwei? Das konnte doch unsere Gruppe nicht gewesen sein! Also haben wir erneut den Pilgerführer angerufen und erklärt, dass wir in Zeuchfeld seien. Worauf er meinte, sie hätten sich wohl etwas verlaufen. Er wüsste im Moment auch nicht so genau, wo sie sind und sie würden gerade Mittag machen. Das hieß nun für uns, dass wir die Gruppe wohl erst in Freyburg treffen würden. Unser Marschtempo haben wir daraufhin stark gedrosselt. Am Rastplatz bei der Napoleonseiche haben wir eine Mittagspause eingelegt. Es waren nur noch etwas mehr als 6 Kilometer bis Freyburg. Die Wanderung ging nach der Stärkung dann über schöne Waldwege weiter vorbei am Horchhügel Richtung Freyburg. Bald schon grüßte aus der Ferne der 'Dicke Wilhelm', der Berfried der Burg Freyburg. Auf dem Burghof war gerade ein Mittelalterfest in Gange. Nach einem kleinen Rundgang mit einem sehr schönen Ausblick über das Unstruttal begannen wir den Abstieg von der Burganlage in die Stadt, viele, viele Stufen. Endlich in der Stadt angekommen, genhemigten wir uns ein Bier und warteten auf die Pilgergruppe. Diese kam dann auch ca. eine Stunde später bei uns vorbei. Der Pilgerführer umarmte mich mit den Worten: 'Kennst du das 11. Gebot nicht?' 'Das 11. Gebot???' 'Du sollst nicht Bahn fahren.' Trotz des Problems zu Beginn, hat diese Pilgerwanderung eine sehr schönen Verlauf genommen. Der Großteil der Gruppe ist dann mit dem Auto nach Hausen gefahren. Da bis zur Abfahrt unseres Zuges noch Zeit war, haben wir die Kirche St. Marien besucht, ein eindruckvolles Bauwerk mit einem sehr schönen, geschnitzten Altar. Fazit: Pilgern ist immer eine Herausforderung, auch und gerade in der heutigen Zeit. Buen Camino wüscht
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