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St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt

 

Gästebuch

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Pilgern ab 60 (3)

07.05.2013 Uhr Renate und Jürgen renjue@t-online.de

Vom Frühling war Ende März noch nichts zu sehen, trotzdem rief der Jakobsweg so laut, dass wir die Rucksäcke gepackt haben.
Im Herbst 2012 endete der Jakobsweg für uns in Toul in Frankreich. Also ging es von hier weiter. Nachts Temperaturen unter Null und tagsüber nicht viel mehr, was aber mit dem Zwiebelsystem unserer Kleidung gut auszuhalten war.
Noch einmal zurück nach Toul. Die Kathedrale war dieses Mal geöffnet. Wenn auch ein wenig sanierungs- bedürftig lohnt sich der Besuch auf jeden Fall. Gleich daneben gibt es das office de tourisme und hier eine sehr nette Angestellte, die ursprünglich aus Deutschland kommt. Sie spricht also gut deutsch und half gerne bei der Organisation von Übernachtungen. Nur bei einer war nichts zu machen. Darauf kommen wir gleich nochmal einmal zurück.
Am nächsten Tag lag die Strecke nach Vaucouleurs vor uns. Der OUTDOOR Reiseführer Jakobsweg Trier – Vézelay empfiehlt für die ersten 8 km die Fahrstraßen. Viel schöner dagegen ist die Strecke am Kanal entlang. Die nette Madame aus dem office hatte die auch empfohlen. Dann ging es durch die Natur. Da ist ein Stück dabei, wo es auf einen steilen, ausgefahrenen Weg den Berg hoch geht. Das ist wirklich der Jakobsweg. Für die letzten 7 km bis Vaucouleurs muss man dann aber doch auf der Straße laufen.
Vaucouleurs ist bekannt durch Jean d’Arc, die in ganz Frankreich hoch verehrt wird. 24 km von ihrem Heimatort entfernt, bekam sie hier in Vaucouleurs vom Stadtkommandanten ein paar Soldaten mit und begann ihren Kampf gegen die Engländer.
Tip: Mademoiselle Natalie im hiesigen office de tourisme spricht gut englisch, was hilfreich sein kann.
Die nächste Tagesetappe ging nach Domrémy-la-Pucelle, dem Heimatort von Jean d’Arc und sehr schön an der Meuse (Maas) entlang.
Wir sind hier in der Region Lorraine (Lothringen)
An diesem Tag haben wir unterwegs in Taillancourt das erste Waschhaus kennengelernt. Das ist ein kleines Gebäude mit einem flachen Wasserbecken und fließendem Wasser aus einem Bach. Der Fußboden aus großen, glatten Natursteinplatten. Oben ein rustikales Dachgebälk mit Dachziegeln. Das Ganze sehr liebevoll erhalten.
Hinter Domrémy-la-Pucelle aber warten 47 km Weg bis Joinville auf den Pilger. Zwar kommt nach 26 km der Ort Cirfontaines-en-Ornois auf dieser Strecke, wo es nach dem Reiseführer eine Möglichkeit zur Übernachtung gib. Doch bei dieser Madame Suc hatte sich die nette Angestellte aus Toul die Zähne ausgebissen. „Sie vermiete nur wochenweise“ hieß es.
Wir sind dann von Domrémy nach Gondrecourt-le-Chateau gelaufen, was aber einige Mehr-Kilometer bedeutet. 2 km hinter Domrémy dann ein Wasserlauf, vielleicht 5 m breit, 20 cm tief, bei 0°C Lufttemperatur heute Morgen. Keine Brücke, kein Steg. Das stand ja so auch im Reiseführer. Also jetzt 2 km zurück und ein paar weitere Mehr-Kilometer in Kauf nehmen oder Schuhe und Strümpfe aus und die Hosen hochgekrempelt. Die Entscheidung fiel nicht schwer, es waren ja nur 5 Meter und die Füße hatten das kalte Wasser schnell vergessen.
In Gondrecourt öffnete eine nette ältere Dame die Tür. Der große Hausflur hinter ihr frisch gebohnert und auf Hochglanz poliert. Sie stellte uns mit französischem Redeschwall zwei Stühle hin. Natürlich haben wir nichts verstanden, aber nach kurzer Überlegung konnte es nur bedeuten, dass wir gleich hier unsere Schuhe ausziehen möchten. Das haben wir gerne gemacht, zumal danach das Zimmer und am anderen Morgen das Frühstück sehr gut waren.
Joinville ist dann ein etwas größerer Ort. Hier gibt es einiges zu sehen und man kann gut einkaufen.
Dahinter kommt wieder eine sportliche Tagesetappe von 38 km. Das ist zu viel für uns. Wieder mit einigen zusätzlichen Kilometern haben wir zwei Tagesetappen daraus gemacht. Am ersten Tag eine große Strecke an einem Kanal entlang bis Froncles / Vignory zu einem Hotel am Bahnhof. Am zweiten Tag ging es über Vignory, wo es wieder ein schönes Waschhaus gibt, nach Colombey-les-Deux-Eglises. Hier hat übrigens Charles de Gaulle gelebt und auch seine letzte Ruhestätte gefunden.
Am nächsten Tag waren nur 13 km zu laufen, dafür erwartet uns ein besonderer Ort - Clairvaux. Das ehemalige Kloster der Zisterzienser ist Mutterkloster vieler weiterer Klöster und wurde durch Bernard von Clairvaux gegründet. Sein Name ist auch eng mit dem Zweiten Kreuzzug ab 1147 verbunden.
Am nächsten Tag, auf dem Weg nach Essoyes, hatten wir eine bemerkenswerte Begegnung. An einem Weinberg hielt ein älterer Franzose sein Auto neben uns an. Sofort fragte er uns begeistert nach „unserem Jakobsweg“ aus. Über das ganze Gesicht strahlend fragte er Jürgen „englisch?“ Jürgen: „a little bit“. Daraufhin nahm er unsere Hände, schüttelte sie und wollte sie kaum mehr loslassen. Jürgen trägt einem Hut, den er in Australien gekauft und getragen hat, und er hat uns wohl für Engländer gehalten und nicht, ob wir englisch verstehen.
Hier waren wir jetzt übrigens in der Champagne-Ardenne .
Nach Les Riceys gestern kamen wir heute in einer netten Jugendherberge in Etourvy an. Ein Angestellter erwartete uns. Wir waren ja angemeldet. Er zeigte uns das Zimmer und dann im Nebengebäude die Küche. Auf dem Tisch standen eine größere und eine kleine Karaffe mit Rotwein, dazu ein paar Baguettes. Im Kühlschrank dann die ganze Palette an Essen, die man sich für ein gutes Abendessen und Frühstück vorstellen kann. Alles drei mal. „Es kommt noch jemand dazu“ Dann gab er uns die Schlüssel und verschwand. Dafür kam Djortsch, wie er sich vorstellte. Er wird sicher Georg oder so ähnlich geschrieben. Ein 61jähriger aus Belgien und er sprach leidlich deutsch. So erfuhren wir, dass er seit dem Tod seiner Frau vor ein paar Jahren den Plan hat, den Jakobsweg zu laufen. In den letzten 23 Tagen waren es schon 650 km und es sollte bis Santiago de Compostela weitergehen. Nur, Georg wollte von Vézelay nach Le Puy laufen, wo jemand auf ihn wartete und dann zusammen nach Saint-Jean-Pied-de-Port und weiter nach Compostela. Wer sich ein wenig mit den Jakobswegen auskennt, der weiß, dass da nochmal fast 200 km dazu kommen.
Für uns ging es weiter nach Tonnerre. Beim Mairie, also dem Bürgermeister, gibt es die schönsten Stempel, also erst einmal dorthin. „Bonjour Mademoiselle, je voudrais une tampon, s´il vous plaît“, das Ganze schön langsam, damit sie nicht denkt, dass wir französisch sprechen können.
Am nächsten Tag lag der Weg nach Chablis vor uns; auch eine schöne Weingegend.
Inzwischen laufen wir in der Region Bourgogne (Burgund).
Dann kam der letzte Tag und wir hatten Auxerre erreicht, 50 Kilometer vor Vézelay.
Es ging jetzt zurück nach Magdeburg und wir freuen uns schon auf die nächste Tour, noch im Mai dieses Jahres.
Viele Grüße von Renate und Jürgen

*** Kommentar:
danke für diesen interessanten Beitrag!


PilgerGARTEN

26.12.2012 Uhr Timo, Franz, Ines timo_bergmann77@web.de

'Der Garten gibt uns Kraft zum Weitergehen!', so berichteten es uns Pilgergäste.
Um auch allen Anderen diese Kraft zu geben, möchte ich Sie recht herzlich in unseren Garten einladen, damit auch Sie Kraft schöpfen können.

Wo:
Direkt am Pilgerweg - Naumburg, Ortsteil Großjena


Jakobusweg

06.12.2012 Uhr Kristian
http://www.chemkrist.de

Guten Tag! Ich habe gerade etwas im Internet recherchiert auf uf der Suche nach Informationen zum St. Jakobus Pilgerweg. Dabei bin ich auf Ihre Website aufmerksam geworden. Vielen Dank für die zahlreichen interessanten Informationen. Weiter so! Viele Grüße, Kristian


Super

31.10.2012 Uhr Hans hans1@aol.com
http://getslim.de/goji-beere

Hallo! Auf der Suche nach Informationen nach dem St. Jakobus Pilgerweg bin ich heute auf Ihre Website aufmerksam geworden. Die Seite gefällt mir wirklich sehr gut. Vielen Dank für die zahlreichen interessanten Informationen. Viele Grüße aus Berlin, Hans


Pilgern ab 60 (2.)

18.10.2012 Uhr Renate und Jürgen Adamek renjue@t-online.de

Heute wieder ein kurzer Bericht von unserer letzten Etappe auf dem Jakobsweg. Echternach in Luxemburg war letztens erreicht, also ging es dort auch wieder los. Man soll es am ersten Tag nicht übertreiben, zumal dies der Anfahrtstag von Magdeburg war, hatten wir uns gesagt. Also nur 6 Kilometer am Nachmittag auf einem wunderschönen Weg an der Sauer entlang. Das nächste Tagesziel war dann Trier. Über Trier braucht man wohl nicht viel schreiben. Das ist eine so wunderbare Stadt, dass man sie einfach gesehen haben sollte. Der alte ehrwürdige Dom, die Porta Nigra, die Konstantinsbasilika, ebenfalls um 300 erbaut, sind ein Muß. In der Dominformation gibt es den Pilgerstempel und gute Übernachtungsadressen.
Die nächsten Tage bis zur französischen Grenzen brachten uns Begegnungen und Gespräche mit ehemaligen Jakobspilgern und vielen Menschen, die sich für unseren Jakobsweg interessierten. Noch schöner waren die Gespräche in den Herbergen und Privatunterkünften.
Der Weg geht an Zeugnissen der Römerzeit vorbei, oder auch auf Römerstraßen entlang. In jedem Ort gibt es ein Kirche, auch mit einer Bank zum Ausruhen. Ein besonders schöner Platz ist die Rehlinger Kirche, die an einem aufgegebenen Ort liegt. Gleich daneben eine kleinen Quelle und ein Geländer, an dem ein Pilgerhut, die Kalebasse und die Jakobsmuschel aus Bronze hängen. Im Boden ist eine Bronzeplatte mit der Zahl 1.970 km !!! für die Entfernung nach Santiago eingelassen.
Dann war Perl erreicht. Gleich daneben der Ort Schengen, wieder in Luxemburg. Ja der Ort, wo der EU-Vertrag über die Reisefreiheit gemacht wurde. Zwei Kilometer hinter Perl beginnt Frankreich.
Jetzt begann unser Sprachenproblem. Wir sprechen beide kein Französisch. Wir haben vorher wochenlang geübt, aber ohne messbaren Erfolg. Vorbereitet waren zwei A4-Seiten mit Worten und wichtigen Sätzen und ganz wichtig: die Aussprache dazu. Abgelesen hat es so manchen „Lacher“ eingebracht. Zur Liste noch Freundlichkeit sowie Hände und Füße eingesetzt sind wir bis jetzt über jede Klippe gekommen.
Höhepunkte waren jetzt die Städte Metz und Toul. Nancy hatten wir aus Zeitgründen links liegen gelassen. Lange ging es an der Moselle oder ihren Kanälen entlang. Und auch hier wieder die Begegnungen unterwegs, besonders mit älteren Menschen, die noch deutsch sprachen. Zweimal hielten Franzosen im Auto an, die uns Wege suchend sahen, und sie halfen uns auf den rechten Weg, wenn man das so sagen darf.
Nach 224km hatten wir Toul erreicht. Jetzt freuen uns auf das Frühjahr 2013, in dem es weiter gehen soll.
Unsere Berichte laufen ja unter der Überschrift „Pilgern ab 60“. Wir sind inzwischen 63 und 65 Jahre alt, und hatten vor dem Start auf den Jakobsweg keine Wandererfahrung. Allerdings gingen und gehen wir regelmäßig in den Parks und an der schönen Elbe in Magdeburg spazieren. Also, Altersgruppe, traut Euch!
Renate und Jürgen


übersichtliche Homepage

28.09.2012 Uhr jim monertonjim@yahoo.com
http://www.danskespilleautomater.org/

Hallo,

das ist eine sehr schöne und übersichtliche Homepage, die ich gerne und bald mal wieder besuchen werde.

Liebe Grüße


Pilgerneuling

26.09.2012 Uhr Anne ann.63-11@freenet.de
http://www.langer-messmer.de

Mir gefällt die Seite über den St. Jakobus Pilgerweg ausgezeichnet, vielen Dank für die praktischen Tipps. Da ich jetzt das Pilgern für mich entdeckt habe, bin ich auf Hinweise dieser Art angewiesen.


von Stendal nach Cobbel

18.09.2012 Uhr Birgitt und Conni birgitt@schilloks.de

also, der Weg durch den Wald nach Cobbel ist nicht OHNE, teilweise schwer zu finden, zugewachsen... auch im Gästebuch von Frau Klein in Cobbel konnte man einige Berichte lesen, von Pilgern, die völlig erschöpft da ankamen. Vielleicht vorsichtshalber einen Umweg gehen und die Strecke teilen!
sonst ein schöner Weg und wir wünschen allen viele gute Erfahrungen!


Schöne Website

18.09.2012 Uhr E. Schulze e.schulze73@yahoo.de
http://www.institutum-canarium.de/blog/

Hallo! Auf der Suche nach Informationen nach dem St. Jakobus Pilgerweg bin ich heute auf Ihre Website aufmerksam geworden. Die Seite gefällt mir wirklich sehr gut. Vielen Dank für die zahlreichen interessanten Informationen. Viele Grüße aus Berlin, E. Schulze


St. Jakobusweg

14.08.2012 Uhr Heidi
http://filme.blog-pool.com

Hallo, ich plane für 2013 auch mal den St. Jakobus Pilgerweg zu laufen. Sollte man da etwas spezielles beachten? Viele Grüße, Heidi

Empfehlenswerte Literatur: 

wanderführer
Wanderführer

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