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St. Jakobus Pilgerweg Sachsen-Anhalt

 

Gästebuch

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Pilgerweg von Stendal nach Naumburg

08.07.2018 Uhr Heinz Baldus heinz-baldus@t-online.de

Sehr verehrte Frau Schäfer,
Feedback und Kritik sind gut, insbesondere wenn sie sachlich und zielorientiert sind. Dazu zählen sicherlich nicht ihre Meinung zu Hochglanzflyern und schon garnicht ihre Ratschläge zur Verwendung von Ressourcen einer Jacobusgesellschaft. Hilfreich wäre, Ihre Feststellungen konkret zu benennen, um die Verantwortlichen in die Lage zu versetzen, die Mängel abzustellen. Ceterum: Ich hoffe nicht, dass im 21. Jahrhundert Menschen, auch wenn sie Neulinge sind, auf den Pilgerweg geschickt werden, sondern dies aus freien Stücken tun.


Pilgerweg von Stendal bis Naumburg

09.06.2018 Uhr Johanna Schäfer jkeschaefer@gmail.com

jetzt bin ich also zurück von oben benanntem Weg! Als erfahrene Pilgerin hatte ich von Ihrem Hochglanzflyer und dem recht gut gemachten Pilgerführer so richtig 'Appetit' auf diesen Weg durch Sachsen-Anhalt.
Leider hat mich dann die raue Wirklichkeit sehr schnell eingeholt: nicht nur eine mehr als mangelhafte Beschilderung, auch falsche Wegangaben im Führer, ein auch im Norden endlose Betonpisten wo durchaus auch normale Feldwege möglich wären. Hier muss ich sagen: dagegen ist die Meseta ein Kurpark. Oft hatte ich das Gefühl, dass dieser Weg von absoluten Nichtwanderen erstellt wurde.Irgendwann nach Magdeburg traf ich in Dörfern immer wieder auf fröhliche Anwohner, die mir ohne meine Frage den Weiterweg erklärten - immer mit dem Zusatz:wir sind seit Jahren gewohnt, dass die Pilger sich hier verlaufen. Dem muss ich wohl nichts hinzufügen. Abgesehen von anderen Pilgerwegen bin ich den ökumenischen Weg schon zweimal gegangen. Der Führer ist nicht so protzig aufgemacht, aber es gibt zwei hervorragende Wanderkarten und im Internet immer wieder Updates mit den neuesten Veränderungen. Auf solche Wege kann man Neulinge getrost schicken! Ich kann Ihnen nur dringend anraten Ihre Gelder zukünftig nicht in Imagefilme sondern besser in die Beschilderung Ihres Weges zu stecken. Empfehlen kann ich diesen Weg im jetzigen Zustand NIEMANDEM. Ultreia Johanna


19.05.2018 Mücheln - Freyburg

23.05.2018 Uhr Kerstin

Die Pilgerwanderung der besonderen Art

Wie immer wollte ich mit der Bahn an den Ausgangspunkt der Wanderung, diesmal Müchel, reisen. Leider hatte die Regionalbahn von Magdeburg nach Halle 25 Minuten Verspätung, so dass ein weiterer Pilgerfreund und ich den Anschlusszug in Merseburg verpasst haben. Der nächste Zug würde uns erst eine gute Stunde später nach Mücheln bringen. Wir haben also den Pilgerführer angerufen und ihn darüber informiert. Er meinte, so lange könnte er nicht warten, aber er würde die Gruppe unterwegs etwas bremsen.
Da wir nun in Halle etwas Zeit bis zur Abfahrt des nächsten Zuges hatten, haben wir an Hand des Wanderführers eine kleine Abkürzung herausgesucht. So hofften wir, gegen Mittag in Zeuchfeld zu unserer Gruppe zu stoßen. Den Zug haben wir also schon in Krumpa verlassen und sind von dort schnellen Schrittes am Gröster Hügel vorbei Richtung Branderoda zum Jakobsweg geeilt. Wir waren froh, dass der Himmel etwas verhangen war. Trotzdem kamen wir aufgrund unseres hohen Marschtempos ins Schwitzen, aber wir waren guten Hoffnung, die Gruppe bis Zeuchfeld zu erreichen. In Zeuchfeld angekommen, fragten wir zwei Frauen, ob hier schon eine Pilgergruppe durchgekommen sei. Sie meinten, es seien zwei Pilger vorbeigekommen. Zwei? Das konnte doch unsere Gruppe nicht gewesen sein! Also haben wir erneut den Pilgerführer angerufen und erklärt, dass wir in Zeuchfeld seien. Worauf er meinte, sie hätten sich wohl etwas verlaufen. Er wüsste im Moment auch nicht so genau, wo sie sind und sie würden gerade Mittag machen. Das hieß nun für uns, dass wir die Gruppe wohl erst in Freyburg treffen würden.
Unser Marschtempo haben wir daraufhin stark gedrosselt. Am Rastplatz bei der Napoleonseiche haben wir eine Mittagspause eingelegt. Es waren nur noch etwas mehr als 6 Kilometer bis Freyburg.
Die Wanderung ging nach der Stärkung dann über schöne Waldwege weiter vorbei am Horchhügel Richtung Freyburg. Bald schon grüßte aus der Ferne der 'Dicke Wilhelm', der Berfried der Burg Freyburg. Auf dem Burghof war gerade ein Mittelalterfest in Gange. Nach einem kleinen Rundgang mit einem sehr schönen Ausblick über das Unstruttal begannen wir den Abstieg von der Burganlage in die Stadt, viele, viele Stufen. Endlich in der Stadt angekommen, genhemigten wir uns ein Bier und warteten auf die Pilgergruppe. Diese kam dann auch ca. eine Stunde später bei uns vorbei.
Der Pilgerführer umarmte mich mit den Worten: 'Kennst du das 11. Gebot nicht?'
'Das 11. Gebot???'
'Du sollst nicht Bahn fahren.'
Trotz des Problems zu Beginn, hat diese Pilgerwanderung eine sehr schönen Verlauf genommen.
Der Großteil der Gruppe ist dann mit dem Auto nach Hausen gefahren. Da bis zur Abfahrt unseres Zuges noch Zeit war, haben wir die Kirche St. Marien besucht, ein eindruckvolles Bauwerk mit einem sehr schönen, geschnitzten Altar.
Fazit:
Pilgern ist immer eine Herausforderung, auch und gerade in der heutigen Zeit.
Buen Camino wüscht Kerstin


Samstagspilgern 2018-04-14 Etappe 2

17.04.2018 Uhr Jacqueline Windolph ndc.windolph@gmail.com

2018-04-14
Samstagspilgern – Etappe 2 von Querfurt nach Mücheln (Geiseltal)

Ein sonniger Tag liegt vor uns, als wir uns kurz vor zehn Uhr am Bahnhof in Querfurt treffen. Das Wiedersehen ist sehr herzlich, die Freude auf die gemeinsame Zeit des Pilgerns groß. Wir zählen 25 Pilger und Christian Vornewald, der uns wie immer als Pilgerpfarrer begleitet. Er begrüßt uns mit einem Gebet. Und er weiß sie noch, die Namen eines jeden anwesenden Pilgers. Die jüngste Pilgerin zählt 11 Jahre. So liegen zwischen den Jüngsten und Ältesten 6 Jahrzehnte, eine bunte Mischung.

Wir bahnen uns den Weg durch Querfurt entlang der Stadtmauer, die uns an der Burganlage vorbeiführt, einen steilen Weg aufwärts, um hiernach die vor uns liegenden Kilometer zwischen frisch gepflügten oder noch in den Anfängen steckenden Saaten entlang zu pilgern. Aufgrund des langen Winters stehen die Bäume und Sträucher noch ohne ihr üppiges Blattwerk am Wegesrand. Bei genauerer Betrachtung kann man die Knospen mit ihren grünen Spitzen sehen.

Der Wind weht uns um die Nasen und die Sonne breitet ihr warmes Gewandt über uns aus. Ein paar Wolken ziehen am Himmel vorüber. Die Boten des Frühlings, gerade aus dem Süden eingetroffen, begleiten unser Pilgern mit ihren Liedern. Nach wenigen Kilometern verstaue ich meine Jacke im Rucksack. Andere tun es mir gleich.

Die Gemeinschaft ist offen und so frei im Denken, dass es immer wieder eine Möglichkeit gibt, interessante Gespräche zu führen. Außerhalb vom alltäglichen Leben und Wirken ist dies eine wunderbare Erfahrung. Als Pilger sind wir eine Einheit, und welche Rolle der Einzelne in seinem Leben einnimmt, ist für diese Zeit nicht wichtig. So genießen wir das Zusammensein.

Vor meinen Augen breitet sich eine unendlich scheinende Weite aus. Der Weg führt oft einfach nur gerade aus. Ein kurzer Blick zurück und ich kann noch einmal die Burg mit ihrem markanten Turm sehen, bevor Querfurt hinter einem Hügel verschwindet. Der Weg ist für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung mit den riesigen und schweren Maschinen mit zwei auseinanderliegenden Betonstreifen befestigt. Ein solcher Gigant in Orange kreuzt später noch unseren Weg. Ein anderes Stück führt auf grasbewachsenem Untergrund entlang. Der Gegensatz ist spürbar. Auf dieser weichen grünen Grasmatte lässt es sich angenehmer laufen. Wir machen mitten im Nirgendwo zwischen den Feldern eine kurze Rast, um dann nach weiteren 3-4 km unsere Mittagspause auf dem Dorfplatz von Barnstädt zu genießen. Der angrenzende Löschwasserteich des Dorfes wird gerade restauriert. Ein schöner Platz zum Verweilen und so lassen wir unsere leicht müden Glieder nieder, setzen uns ins Gras und holen unsere mitgebrachten Leckereien aus dem Rucksack.

Eine Gedenkstätte für die Opfer des 2. Weltkrieges lässt uns inne halten. Diese vielen Männer, Väter und Söhne, die dieser Ort betrauern musste. Eine Friedenstaube ziert das Denkmal. Wie wichtig der Frieden für die Menschen ist, führt uns gerade das Kriegsgeschehen in Syrien vor Augen. Wir beten für die Menschen dort. Christian findet wie immer Worte, die mich tief berühren. Die Friedenstaube vor sich, spricht er über das Wirken Jesu und zitiert ihn: „Frieden hinterlasse ich euch! Meinen Frieden gebe ich euch!“ Und so ist Pilgern auch immer ein Stück zu sich selbst zu finden, Frieden finden.

Der Weg führt uns weiter durch Feld und Flur. Die Wegbeschaffenheit ändert sich kaum. Immer geradeaus, mal etwas leicht aufwärts, dann wieder leicht abwärts, stets doch gerade aus. Wir passieren Oechlitz. Ein kleiner beschaulicher Ort. Es ist ruhig, kaum ein Auto auf der Straße. Eine Familie kreuzt unseren Weg und Christian erkundigt sich nach dem weiteren Weg. So erfahren wir von einer Sperrung, welche uns noch vor Mücheln den Ort Schirma durchqueren lässt. Die Sonne hat unsere Gesichter gefärbt, doch wir merken es kaum, da der Wind uns eine frische Prise in die Gesichter weht. Und dann, nach fast 23 Kilometern erhaschen wir den ersten Blick auf die Stadt Mücheln. Wir schauen auf die Stadt herab, die sich im Tal und an den Hängen ausbreitet. Unser Weg führt an einer Gartenanlage bergab entlang. Mit diesem einzigartigen Blick auf die Stadt werden wir belohnt und jeder andere, der die Stadt zu Fuß auf diesem Weg erreicht, ebenso.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof. Die Glieder sind müde und die Füße lahm. Ein wunderbarer Tag neigt sich dem Ende und wir verabschieden uns am Bahnhof von Mücheln. Die einen reisen mit dem Zug zurück zum Ausgangspunkt Querfurt, wo ihr Fahrzeug wartet. Andere werden abgeholt.

Wir danken unserem Pilgerpfarrer Christian für seine Vorbereitung, seine Begleitung, seine Andachten, mit denen er immer wieder unsere Herzen tief berührt.

Buen Camino
Eure Jacqueline Windolph


Samstagspilgern - Auftakt 17.03.2018

16.04.2018 Uhr Jacqueline Windolph ndc.windolph@gmail.com

2018-03-17
Pilgerauftakt von Eisleben nach Querfurt

Der Schnee rieselt lautlos vom eisigen Wind begleitet hernieder. Seit Freitag ist eine ordentliche Menge herabgekommen und bedeckt Häuser, Straßen, Wiesen und Wälder. In freier Flur ein wunderbarer Anblick. Die Sonne findet an diesem ersten Pilgersamstag bei minus 5 Grad Celsius keine Lücke durch die schneeträchtigen Wolken. Vor den Häusern kann man die Menschen Schnee räumen sehen, um die Wege wieder passierbar zu machen. Nicht jeden freut dieser späte Wintereinbruch. Doch als Pilger will ich mich davon nicht beeindrucken lassen. Schließlich liegt die letzte Pilgertour schon ein halbes Jahr zurück und viel zu sehr habe ich mich auf diese erste Pilgeretappe von Eisleben nach Querfurt gefreut, als mich von dem vermutlich letzten winterlichen Schub beeindrucken zu lassen.

Treffpunkt soll der Bahnhof in Eisleben sein. Also starten wir mit dem Auto rechtzeitig von daheim.

Die Straßen sind nicht beräumt und schon an der ersten Ampel braucht es einige Anläufe, um dass Auto auf glatter sich aufwärts streckender Straße, wieder in Fahrt zu kommen. Während mein Mann das Fahrzeug mit der gebotenen Achtsamkeit führt, genieße ich den Blick nach draußen auf die mit Schnee bedeckten Felder. Der Wind weht den Schnee vor uns her, von einer Seite der Straße auf die andere, sodass sich dort, wo der Schnee zum Liegen kommt, Anhöhen aus diesem feinen weißen Schneestaub bilden.

Bei Ankunft auf dem neu sanierten und schön gestalteten Bahnhofsgelände, waren wir nicht allein. Einige gestrandete Reisende warteten auf verspätete Züge. Manche Züge hatten mehr als 30 Minuten Verspätung andere wurden gestrichen. So auch der Zug aus Halle, der eine Pilgerfreundin nach Eisleben bringen sollte.

Vermutlich haben zu diesem Zeitpunkt die meisten Menschen und Pilger schon auf eine wärmende Sonne gehofft, die uns bei 15 Grad auf unserer ersten Etappe 2018 begleitet und den Tag verschönt.

Während wir auf unseren Pilgerpfarrer Christian Vornewald aus Blankenburg warten, schaue ich immer wieder nach draußen, ob sich nicht doch noch andere Pilgerfreunde am Bahnhof eingefunden haben. Und tatsächlich stoße ich auf zwei Damen, welche sich mit uns zu ihrer ersten Pilgertour aufmachen wollen. Pfarrer Vornewald in Begleitung eines weiteren Pilgers betritt das Bahnhofsgebäude. Wir begrüßen einander und beschließen noch auf die verspäteten Züge zu warten, in den vielleicht noch weitere Pilgerfreunde zu uns stoßen würden.

Aufgrund der Wetterlage beschließen wir, die heutige Etappe recht kurz zu halten und nur bis zum Kloster Helfta zu laufen. Was wäre es schön gewesen, auch noch ein Stück weiter durch die weite verschneite Flur zu pilgern. Doch die Temperaturen, nicht freigeräumte und einsehbare Wege bergen ein Risiko, welches wir nicht eingehen möchten. Aber auch die teilweise nicht beräumten Fußwege und Straßen lassen unsere Schritte das ein oder andere Mal entgleiten, was in einem Falle auch zu einem Sturz führte, welcher einen „Brummschädel“ zur Folge hatte, da unsere Pilgerfreund auf den Hintern und dann mit den Kopf auf der mit Eis überfrorenen Straße aufschlug.

Unser Weg führte durch die Straßen eines Wohngebietes von Eisleben, verlief später parallel zur Hauptverkehrsstraße, bevor wir den Ortsteil Helfta betraten. Das Gehen war schwierig, da nicht alle Wege beräumt waren und der Schnee sich dort beträchtlich aufgetürmt hatte. Der Wind blies uns nicht nur frische Luft, sondern auch jede Menge Schneeflocken ins Gesicht. Wir gingen langsam und die Kälte kroch langsam durch die Handschuhe in meine Hände. Ich hakte mich bei meinen Pilgerfreund ein, da sich seine Schuhe auf dem zu begehenden Untergrund nicht bewährt hatten und um einen erneuten Sturz zu vermeiden.

Wir redeten oder liefen schweigend nebeneinander, oft auch hintereinander her. Das Schweigen während des Laufens ist ein Genuss. Hier finden Gedanken ihren Zugang, die sonst in unserem schnelllebigen Alltag keinen Platz haben. Für einen kurzen Moment in sich zu gehen, ist Erholung für den Geist. Auch das ist neben der Bewegung, den Begegnungen und Gesprächen etwas Besonderes am Pilgern.

Nach knapp 3km und etwa eine Stunde später erreichten wir das Kloster Helfta. Auch das Kloster lag eingehüllt in einer weißen Pracht. Wir betraten die Kirche, setzten uns im hinteren Teil und Christan stimmte ein Lied an. Der Klang in diesen Räumlichkeiten ist immer wieder beeindruckend.
In seiner kleinen Andacht sprach er über Gottes Liebe und Vertrauen, den Blick auf das Jesuskreuz gegenüber dem Eingang gerichtet. Wir sangen noch einmal gemeinsam bevor wir einen kleinen Raum im Kloster zur Verfügung gestellt bekamen, um uns mit den mitgebrachten Getränken und Broten zu stärken. Auch hier fand sich Zeit für nette Gespräche. Und so beendeten wir unseren ersten Pilgersamstag zur Mittagszeit.

So kurz und doch so wunderbar. Pilgern ist auch immer eine Überraschung, denn zu Beginn ist offen, wie der Tag enden wird. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere spannende Momente des Samstagspilgerns durch Sachsen-Anhalt.

Buen Camino
Eure Jacqueline Windolph


Beginn

14.04.2018 Uhr samson samson260@gmx.de

Ich bin losgegangen und war enttäuscht, die vielen schönen Kirchen in unserem Land sind abgeschlossen. Bei den Dorfkirchen kann man das noch verstehen, aber dass die Stadt Stendal alle Kirchen(St. Jacobi, St. Marien und den Dom) im Winterhalbjahr geschlossen hat ist sehr sehr traurig.Ich hoffe ich kann auf meinem Weg noch sehr oft von dem Gegenteil berichten.


Beschilderung

08.07.2017 Uhr crishan-piper@gmx.de

Liebes Team,

ich war die vergangenen 5 Tage mit meiner JG Pilgern. von Eisleben nach Erfurt. Laut Karte immer wieder den Jakobsweg. Dieser ist so schlecht Ausgeschildert! Teilweise haben wir Wege gar nicht gefunden, sehr schade. Auf das Gefühl aus Spanien durch LKW´s abgedrengt zu werden, hätten wir gut verzichten können. lG

*** Kommentar:
Lieber Pilger, wir werden das Thema Beschilderung besprechen. Hilfreich ist hier der Wanderführer. Vielen Dank für den Hinweis! Ultreia!


[kein Betreff]

04.08.2015 Uhr staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

Pilgern, zumal auf dem Jakobsweg, vereint auf wunderbare Art und Weise das vielgepriesene „Der Weg ist das Ziel“ mit dem, worauf es doch bei jedem Weg und bei jeder Reise letztlich ankommt, dem Erreichen des Ziels. Wer sich auf den Pilgerweg begibt, schätzt das Unterwegssein und weiß doch auch ganz genau, was physisch wie psychisch hinter ihm liegt, wenn das Ziel erreicht wurde. Ein Pilger erreicht das Ziel seiner Pilgerreise stets als ein anderer, ja nahezu verwandelter Mensch.
Diese segensreiche Erfahrung kann auch auf dem Jakobsweg in Sachsen-Anhalt seinen Anfang nehmen. Ich danke allen Engagierten der St. Jakobus Gesellschaft Sachsen-Anhalt dafür, dass sie Wegstrecken kennzeichnen, Türen öffnen und mit Rat und Tat denjenigen zur Seite stehen, die einen Teil oder den ganzen Jakobsweg auf sich nehmen.
Allen Pilgerinnen und Pilgern wünsche ich die nötige Ausdauer, Kraft und Zuversicht und natürlich Gottes Segen auf allen Wegen.

Herzlichst

Ihr
Dr. Reiner Haseloff MdL
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt


Pilgern ab 60 (10)

03.05.2015 Uhr juergen.adamek@mdcc-fun.de

31. März 2015, 08:30Uhr, Leon. Es war schon ein bewegender Moment. Die letzte Etappe auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela begann. Am Horizont grüßten die schneebedeckten Berge der Cordillera Cantábriea. Wir hatten 20°C bei Sonnenschein. Die Entscheidung, hinter Virgen del Camino für die etwas weitere, aber schönere Wegalternative über Hospital de Órbigo viel uns nicht schwer. Gleich am ersten Tag gab es nette Gespräche mit anderen Pilgern. Besonders bei nordamerikanischen Pilgern ist die Muschel an Renates Halskette wieder aufgefallen. Die hatte sie ja vom Strand in Israel mitgebracht. Wir sollten die Pilger alle am Nachmittag in der Herberge von Tío Pepe wieder treffen. Die Wegalternative wäre übrigens 25,3 km entlang der Nationalstraße 120 gewesen. Da war unser Weg schon schöner, wenn auch nicht aufregend. Die Albergue Verde schon, wo wir am zweiten Tag übernachtet haben. Vorher aber kommt im Ort Hospital de Órbigo diese wunderschöne, lange, alte Römerbrücke über den Fluss Órbigo. In der Albergue gab es ein Wiedersehen mit einigen Pilgern von gestern. Gegessen wurde vegetarisch, aber mit life-Gesang zur Gitarre. Dank eines Pilgers standen neben der Flasche Wasser auch zwei mit Wein. Wer wollte, konnte vor dem Abendessen an einer Stunde Yoga mit dem Herbergsvater teilnehmen. Nach Murias de Rechivaldo geht der Weg bergauf und bergab. Es war schon etwas Training für das, was da noch kommen sollte. Kurz vor Astorga kommt dann das mächtige Wegkreuz von Santo Toribio. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf die Berge im Hintergrund und auf Astorga unten mit der schönen Kathedrale. Die haben wir uns natürlich angesehen, sind dann aber noch etwas weiter gelaufen, bis nach Murias de Rechivaldo. Das Wetter wurde immer wärmer. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, den kleinen Umweg über Castrillo de los Polvozares zu laufen. Vor ein paar Jahren restauriert, die Gebäude, die Straßen, alles aus rotem Naturstein, hat es von uns den Namen „Das Rote Dorf“ bekommen. Wieder auf dem Jakobsweg haben uns langsam Cemalah und Viera aus Hawaii überholt. Cemalah mit Sonnenschirm, eben eine Frau aus Hawaii und Viera mit unterknie langem dunklen Rock, schwarzen Strümpfen und den derben Wanderschuhen, eher nordamerikanisch aussehend, gaben sie beide ein süßes Bild ab. Wir hatten ein nettes Gespräch. Die Gegend hier ist die Maragatería, unfruchtbar, eher ärmlich. Für den Pilger ist sie landschaftlich aber angenehm, sie ist wellig und oft kommt Wald dazu. Rabanal del Camino war heute unser Ziel. Wieder solch ein uriger Ort. Das alte Kirchlein und das Benediktinerkloster, in dem man auch übernachten kann, runden das Bild ab.Der Tag nach El Acebo versprach besonders zu werden. Zum einen hatten wir mit 1.517m den höchsten Punkt auf dem Weg für uns persönlich erreicht. War aber nicht so schwer zu laufen. Dann kam bald der Ruinen-Ort Foncebadón. Wir waren vor 8 Jahren auf einer Reise durch Spanien schon einmal hier. Damals gab es kaum Leben hier, fast alles war zerfallen. Heute gibt es wieder einige neue Häuser. Ein paar Kilometer weiter kam dann ein Platz, den wahrscheinlich alle kennen, die schon mal was vom Jakobsweg gehört haben - das Cruz de Ferro. Über dem gewaltigen Steinhaufen erhebt sich an einem Stamm das Eisenkreuz. Viele Pilger, wir auch, legten hier einen von zu Hause mitgebrachten Stein ab, mit dem sie ihre Sorgen hier lassen wollen. Noch ein paar km weiter kommt an der Straße die einfache Hütte mit dem auffälligen Drumherum. Tomás und seine Freunde hatten sich vor einiger Zeit hier niedergelassen. Hape Kerkeling´s Begeisterung in seinem Buch zu diesem Ort und seinen Bewohnern hatte sich in Grenzen gehalten. Dann war bald El Acebo erreicht. Der Weg heute nach Ponferrada hatte es in sich. Man muss ja von den 1.517m wieder runterkommen. Es geht also fast immer bergab. Die Zehenspitzen stoßen vorn gegen den Schuh. Der Weg war über lange Strecken sehr steinig, teilweise felsig, wobei die Landschaft sehr schön ist. Wir hatten uns für diesen Tag nur 16km vorgenommen und waren froh, als wir in Ponferrada angekommen waren. Als „Pflichtprogramm“ stand jetzt nur noch der Besuch der Templerburg an (hat sich gelohnt). Das Pilgermenü haben wir, immer noch bei Sonnenschein, auf einem größeren Platz im Zentrum genommen, wo gefühlt halb Ponferrada und -zig Pilger versammelt waren. Weiter bei Sonnenschein und wenig auf und ab durften es nach Villafranca de Bierzo auch mal knapp 25km sein. Es war wohl in Cacabelos, auf einmal waren wir mitten in einer großen Osterprozession. Angeführt von vielleicht 20, mit langen weißen Umhängen gekleideten Frauen folgte dann die getragene Statue der heiligen Maria. Die vielleicht ebenfalls 20 Männer, die sie trugen, gingen in langsamen, zur Seite schwankenden Schritten zu der lauten aber getragenen Musik der Kapelle. Danach kamen mehrere hundert Einwohner nicht nur aus diesem Ort. Für uns war es eine neue Erfahrung, es war schon beeindruckend anzusehen. Am späten Nachmittag war Villafranca de Bierzo erreicht. Am nächsten Tag hatten wir den Weg an der Straße gewählt. Es war nervig, wie Hape schrieb, aber zügig. Der Jakobsweg neben der Straße ist durch eine 80cm hohe Betonabgrenzung gesichert, schöner macht es ihn nicht. Fast die gesamte Tagesetappe ging über Straßen. Ruitelán, unser Tagesziel, liegt in einem Tal. Bei einem Spaziergang vor dem Abendessen hatten wir ein besonderes Erlebnis. Von der gegenüberliegenden Hangseite ertönte langgezogenes Wolfsgeheul. Ein zweiter fiel ein. Tagsüber werden sie hoffentlich schlafen! Die Herbergsväter, zwei Buddhisten darauf angesprochen, lächelten vielsagend. Wir bleiben dabei, es waren Wölfe! Auch weil wir gerade nach unserer Rückkehr im TV Wölfe gesehen und gehört haben. Heute sollte lt. Hape das härteste Stück des gesamten Jakobsweges kommen (mal abgesehen vom Napoleon Weg über die Pyrenäen). Er hatte sogar seinen Rucksack mit dem Auto fahren lassen. Wir nicht! Und es wurde ein hartes Stück Weg. Immer wieder starke Anstiege bei schlechtem Wegezustand. Als wir endlich auf ca. 1.300m in O Cebreiro angekommen waren, haben wir uns gegenseitig auf die Schultern geklopft. In diesem urwüchsigen kleinen Ort steht die schöne kleine Iglesia Santa Maria aus vorromanischer Zeit. Leise Musik war drinnen zu hören. Nach der Eunate bei Puente la Reina die zweite sehr bemerkenswerte Kirche unter den „Kleinen“. Jetzt waren wir in Galicien und es waren nur noch 3,5km bis zu unserer Albergue auf dem Alto do Poie. Galicien ist viel grüner als das Gebiet vorher. Es regnet dafür auch öfters. Petrus aber hatte es bisher gut mit uns gemeint, es blieb weiter trocken. Meist auf Schotterpisten ging es heute 700m Höhenmeter bergab. Da merkt man, dass die Knie nicht mehr die neuesten sind. In Tricastela angekommen, war erst einmal ausruhen angesagt. In dieser Nacht hatten wir den ersten Regen. Nach 8:00Uhr morgens blieb es trocken. Was wollten wir mehr. Nach einer Stunde trafen wir Igor aus Belorussland, wie er selbst sagte, also Weißrussland, wie wir sagen. Ein kräftiger, netter Mann um die 60 Jahre, der den Jakobsweg in Pamplona begonnen hatte. Schade, dass wir uns nicht verständigen konnten. So haben wir wenigstens gegenseitig die Fotos von uns. Sarria war am frühen Nachmittag erreicht. Die hohe alte Treppe im Stadtkern ist bemerkenswert. In Sarria beginnt ein Viertel aller Pilger den Jakobsweg, weil es etwa die Mindestentfernung von 100km ist, um die Compostela zu erhalten. Diesen Weg deshalb hier zu beginnen, da kann jeder darüber denken wie er will. Wir sind an diesem Tag noch 4km weiter bis Vilei gelaufen. Nach Portomarin ließ es sich gut laufen heute. Schöne Landschaften und kleine Orte wechselten sich ab. Oft war eine Bar am Weg. Viele „Sarria-Pilger“ waren unterwegs. Die neuen Schuhe lassen sie erkennen. Meist in Gruppen und rund die Hälfte nur mit Tagesrucksäcken ausgerüstet machen sie mehr den Eindruck von Spaziergängern. Schade, ein bisschen geht die Würde des Weges verloren. 24,4km sollten es nach Palas de Rei werden. Unterwegs haben wir den 3.000sten km seit Magdeburg für uns verbuchen können. Und dies wieder bei schönem Wetter und noch schönerer Landschaft. Der nächste Tag ging nach Castañeda. Immer häufiger kamen wir jetzt auf Waldwegen durch Eukalyptuswälder. Am Ende des kleinen Örtchens Leboreiro steht rechts eine kleine romanische Kirche. Alte Wandmalereien sind noch zu sehen. Aus dem Dorf hinaus führt ein mit alten Steinplatten belegter Weg, der auf beiden Seiten durch Steinwälle eingefasst ist. Am Ende eine schöne alte Brücke. Insgesamt ein Bild wie aus einem Bilderbuch. Durch die größere Stadt Melide sind wir nur durchgelaufen. Marine aus New York haben wir unterwegs und bei einer Rast zum wiederholten Mal getroffen. Eine junge Frau um die 40. Eigentlich wollten wir die restlichen 48km in zwei Tagen laufen. Dann wären wir am Donnerstag in Santiago angekommen. Gestern Abend sagte unser Herbergsvater, dass nur freitags zur Pilgermesse das Weihrauchfass, der Botafumeiro geschwenkt wird. Also haben wir drei Tagesetappen daraus gemacht. Am frühen Nachmittag waren wir in A Calceda. Der Weg nach Lavacolla war mit 20km eine ganz normale Strecke für uns. Landschaftlich war es wie die Tage zuvor. Da war er nun, der Tag an dem wir unser großes Ziel erreichen sollten, Santiago de Compostela. Petrus ließ es leicht regnen. Gegen 13:30Uhr waren die Türme der Kathedrale zu sehen. Ein paar Minuten später standen wir vor dem Westportal der Kathedrale. Auch wenn zuerst der Weg das Ziel war, dies war der Höhepunkt, seit dem wir vor 4 Jahren den Jakobsweg begonnen hatten. Bei Jakobus über dem Hochaltar bedankten wir uns für die stille Begleitung über die gesamte Zeit. Jetzt führte der Weg zum Pilgerbüro. Bei dem Stempel-Nachweis in den Credencials gab es keine Probleme für die Compostela und für die „Distanz-Urkunde“. Die Pilgermesse am nächsten Tag um 12:00Uhr war bewegend auch wenn wir sie nicht verstanden haben. Zu den angesprochenen Pilgern aus Alemania durften wir uns dazuzählen. Marine saß gleich hinter uns. Das Unwichtigste würde sicher zum Schluss kommen, das Weihrauchfass. Es kam nicht, es fiel aus. Wir fuhren anschließend nach Finisterre zur letzten symbolischen Handlung. Unterhalb des Leuchtturmes wurde die rote Mütze von Renate und von Jürgen ein Hemd, eine Hose und ein paar Socken verbrannt.
Fazit: Es war eine Herausforderung und eine wunderbare Erfahrung. Durch Deutschland waren wir allein unterwegs. In Frankreich haben wir die ersten Pilger getroffen. In Spanien hat uns der Jakobsweg voll aufgenommen. Viele schöne Begegnungen auf dem Weg, in den Unterkünften und mit Pilgern aus aller Welt haben unser Leben bereichert. Oft hatten wir Gelegenheit über uns und vieles andere zu reden und nachzudenken. Diesen Weg zu gehen war mit Sicherheit eine der besten Entscheidungen, die wir seit langer Zeit getroffen hatten.


Pilgern ab 60 (9)

27.03.2015 Uhr juergen.adamek@mdcc-fun.de

Liebe Pilgergemeinde,
morgen früh (am 28.03.), um 04:30 Uhr starten wir zur letzten Etappe auf unserem Jakobsweg von Magdeburg nach Santiago de Compostela. Am 31.03. werden wir dann in Leon die Rucksäcke aufsetzen und los geht es. Bitte drückt uns die Daumen, dass auch dieser Abschnitt wieder ein erfüllter Teil unserer langen Pilgertour wird. Zurück in Magdeburg melden wir uns wieder.
Viele Grüße von Renate und Jürgen

Empfehlenswerte Literatur: 

wanderführer
Wanderführer

Titelfoto
Pilgerhandbuch

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